Aktuelles vom Obstbaumlehrpfad

Die Wilkenburger Herbstreinette ist zurück!

Im April 2018 wurde erstmals wieder nach geschätzt 200 Jahren ein Baum der Sorte Wilkenburger Herbstreinette auf dem Wilkenburger Gut gepflanzt.

Der kleine Ort Wilkenburg hat das außerordentliche Privileg, dass nach ihm drei Apfelsorten benannt wurden. Dies ist dem Obstkundler Johann Georg Conrad Oberdieck zu verdanken, der 1794 im Wilkenburger Pfarrhaus geboren wurde. Soweit bekannt, existiert von den drei Sorten heute nur noch die Wilkenburger Herbstreinette, von der je ein Baum in einer englischen Obstsorten-Sammlung (Brogdale) und in der Deutschen Genbank Obst in Dresden überdauert haben. Oberdieck hatte diese Sorte wohl Anfang des 19. Jahrhunderts im Garten des Wilkenburger Guts der Familie von Alten gefunden und für so interessant gehalten, dass er die Sorte beschrieb und ihr einen Namen gab.

Es ist ein glücklicher Umstand, dass die heutigen Besitzer des Guts ihre alte Obstwiese erhalten wollen und dafür in diesem Frühjahr mehrere Bäume nachgepflanzt haben. Gerne haben sie sich bereit erklärt, auch ein Exemplar der Wilkenburger Herbstreinette aufzunehmen.

So ist nun diese Sorte nach langen Jahren wieder an ihren Ursprungsort zurückgekehrt!

Damit stehen mittlerweile 4 Exemplare der Wilkenburger Herbstreinette in Wilkenburg und Umgebung:

  • Obstwiese des Gutshofs (Kronenveredelung 2018 auf einer 2018 gepflanzten Jakob-Fischer-Unterlage, einem bekannt guten Stammbildner)
  • Kirchhof Wilkenburg (Kronenveredelung, gepflanzt Ende 2016)
  • Obstlehrpfad zwischen Wilkenburg und Harkenbleck:
    • Baum Nr. 91 (veredelte Wurzelunterlage, gepflanzt Ende 2017)
    • Baum Nr. 109 (Kronenveredelung 2017 eines ca. zehn Jahre alten Baumes)

Von all diesen Bäumen können nun Reiser geschnitten und auf bestehende oder neu zu pflanzende Bäume veredelt werden. Wer Interesse am Erhalt dieser alten (und angeblich sehr schmackhaften!) Sorte hat, melde sich bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Johann Georg Conrad Oberdieck hat die Wilkenburger Herbstreinette 1869 in seinem Buch 'Pomologische Notizen' neben etlichen anderen Apfelsorten als "bestes Tafelobst" und "bestes Wirtschaftsobst" eingestuft.

Eine etwas ausführlichere Beschreibung der Wilkenburger Herbstreinette in einer Veröffentlichung von Oberdieck und Eduard Lucas 1875 kann hier online abgerufen werden (Obstsortendatenbank des BUND Lemgo). Die Früchte reifen demnach Mitte bis Ende Oktober und sind höchstens etwa 6 Wochen lagerfähig.

Wer im Internet nach der Wilkenburger Herbstreinette sucht, findet nur wenige Einträge. Einer davon stammt kurioserweise von der 'Alaska Pioneet Fruit Grower Association'. Dort wird die Sorte als eine von knapp 300 Apfelsorten aufgeführt, die für das Klima in Alaska geeignet seien! Mindestens ein Baum der Sorte muss es also über Tausende von Kilometern bis auf die andere Seite des amerikanischen Kontinents geschafft haben.

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