Spezialräder haben Trittbrett und Haltestange

Ersten Fahrten starten am Seniorenheim Rosenpark

Schulungsleiter Wolfgang Jahns von der Bürgerstiftung Braunschweig begleitet Pilotin Claudia Akmann auf ihrer ersten Fahrt.

Die Bürgerstiftung Hemmingen (BSH) hat ein neues, spannendes Projekt gestartet: „Radeln ohne Alter“ mit einer eigens von der Stiftung für Hemmingen angeschafften Rikscha. Damit soll Seniorinnen und Senioren oder mobilitätseingeschränkten Menschen ermöglicht  werden, auf einem Fahrrad Ausflüge in die Natur oder zu interessanten Zielen in ihrem Heimatort zu unternehmen und ein neues Stück Barrierefreiheit zu erleben – und das völlig gratis.

Im Laufe der vergangenen Wochen haben sich acht ehrenamtliche Helfer gefunden, die sich nach einer Schulung durch einen Fachmann der Bürgerinitiative Braunschweig „Piloten“ nennen dürfen. In Braunschweig sind schon 21 Rikschas am Start, und auch in der Stadt Hannover gibt es das Projekt bereits. Eine Schulung und der Pilotennachweis sind wichtig, um im Ernstfall die Haftpflichtversicherung des Landes Niedersachsen in Anspruch nehmen zu dürfen. Organisator der Fahrten und damit „Kapitän“ der Hemminger Freiwilligen ist Kai Siegel.

Dreirädriges Gefährt wiegt 70 Kilo

Das Regenverdeck kann bei Bedarf montiert oder abgenommen werden.

Angeschafft wurde von der BSH eine dreirädrige Rikscha, die zwei Fahrgäste befördern kann. Das Bakfiets-Modell wiegt 70 Kilo, hat einen 85-Nm-Bafang-Mittelmotor, einen 625 Wh starken Akku (Reichweite 120-175 km), eine Fünfgangschaltung, neun Unterstützungsmodi und Scheibenbremsen. Auch gehören Trittbrett, Gurte und Haltestange zur Ausstattung.

Gestartet ist das Projekt „Radeln ohne Alter“ zunächst in Kooperation mit dem Seniorenheim Rosenpark in Hemmingen-Westerfeld, eine erste Fahrt mit einer Bewohnerin ist bereits über die Bühne gegangen. Nähere Informationen zum Konzept und zu den mannigfaltigen Aktivitäten des bundesweit tätigen Vereins „Radeln ohne Alter“ findet man auf seiner Homepage unter https://radelnohnealter.de/.

Auch die Unterstützung beim Platznehmen von Fahrgästen will gelernt sein.
Die Rikscha lässt keinen Zweifel an ihrer Bestimmung.
Das sind die acht Piloten, die Rikscha-Fahrgäste durch Hemmingen kutschieren werden (v.l.): Marc Wehrmann, Henning Meier, Claudia Akmann, Kai Siegel, Michael Sturhan, Matthias Schreier, Michael Stümpel und Michael Sponagel.
Die 79-jährige Krimhilde Wehrhahn aus dem Seniorenheim Rosenpark wird auf der Jungfernfahrt von Kapitän Kai Siegel chauffiert; beim Start anwesend sind auch die Piloten Michael Sponagel (l.), Claudia Akmann (3.v.r.) und Matthias Schreier (r.) sowie die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BSH Britta Knüllig-Dingeldey (2.v.l.) und der Vorstandsvorsitzende Michael Akmann (2.v.r.).
„Kapitän“ Kai Siegel ist das Bindeglied zwischen Fahrern und Fahrgästen.
Die speziell bedruckten Warnwesten gehören zum Equipment der Fahrer und Fahrerinnen.
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