Drei Gruppen sind bereits gestartet

Lesehilfe für Kinder mit Migrationshintergrund

Die ausgezeichneten Lesementorinnen des 9. Jahrgangs der KGS werden umrahmt (v.l.) von KGS-Schulleiter Gregor Ceylan, Bürgerstiftungs-Vorstandsmitglied Susanne Bauer, Deutsch-Fachbereichsleiterin Beate Block und Projektleiterin Elke Pardey sowie (v.r.) der künftigen Hemminger VHS-Geschäftsstellenleiterin Inna Belinskaia, der pädagogischen Betreuungskraft Inga Kolbeinsson und der scheidenden Hemminger VHS-Leiterin Sabine Lemberg-Haas.

18 Gymnasiastinnen des 9. Jahrgangs der KGS Hemmingen sind vor wenigen Tagen in der Mediathek der Gesamtschule geehrt worden. Ein dreiviertel Jahr lang waren die Mädchen im Rahmen eines Projekts der Leine-Volkshochschule (VHS) zu Lesementorinnen ausgebildet worden und hatten in sechs Gruppen 36 jüngere „Mentees“ beim Lesenlernen und beim spielerischen Umgang mit Sprache unterstützt; nun überreichten ihnen Projektleiterin Elke Pardey und die pädagogische Mitarbeiterin Inga Kolbeinsson individuell ausgestaltete Zertifikate mit dem Titel „Kompetenznachweis Kultur“. Profitiert von der Leseförderung haben Schüler und Schülerinnen des 2. und 3. Jahrgangs der Grundschule Köllnbrinkweg sowie des 5. Jahrgangs der Carl-Friedrich-Gauß-Schule.

Nachhaltigkeit ist Trumpf

Projektleiterin Elke Pardey hält die Fäden der Schülerfortbildung in der Hand. Sie kümmert sich um Ausbildung und Betreuung der Lesementorinnen.

Im Rahmen der Feierstunde stellte Elke Pardey zwei neue Leseförderungs-Ideen vor, die sich die frisch erworbenen Qualifikationen der Mentorinnen zunutze machen; auch im Bildungsbereich ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema. Ein Teil der zukünftigen Zehntklässlerinnen wird leistungsschwache Kinder aus dem 6. Jahrgang der KGS im neuen Schuljahr beim Bücherlesen begleiten, eine zweite Gruppe kümmert sich um ein Lesementoring für Hemminger Grundschulkinder mit Migrationshintergrund. Dieses Projekt mit dem Namen „Deutsch lesen und sprechen“ ist im Juni bereits angelaufen. Bis zu 25 Mentees in drei Gruppen werden hier von KGS-Mentorinnen betreut, Treffpunkte sind die Friedenskirche in Arnum sowie die Sammelunterkunft für Flüchtlinge in der Hemminger Heinrich-Hertz-Straße. Federführend bei der Organisation dieses neuen Angebots sind Elke Pardey und Diana Wordel-Gries vom Netzwerk für Flüchtlinge. Die 16 Gymnasiastinnen, die ihr erlerntes Wissen nun über das verstrichene Schuljahr hinaus anwenden können, dürfen sich über eine weitere Neuerung freuen: Ihr Engagement wird künftig mit 10 Euro pro Stunde vergolten.

Als Dankeschön überreicht Sabine Lemberg-Haas Blumen an Beate Block (l.) und Susanne Bauer (vorn).

Die „beeindruckenden Leistungen“ und „unschätzbaren Hilfestellungen“ der jungen Mentorinnen wurden bei der Feierstunde ausgiebig gewürdigt. Redebeiträge steuerten auch KGS-Leiter Gregor Ceylan, die scheidende Hemminger VHS-Geschäftsstellenleiterin Sabine Lemberg-Haas sowie Bürgerstiftungs-Vorstandsmitglied Susanne Bauer bei. Ebenfalls bei der Übergabe der Zertifikate dabei waren Beate Block, Fachbereichsleiterin Deutsch an der KGS, und Inna Belinskaia, die künftige Hemminger VHS-Leiterin.

Netzwerk für Flüchtlinge eingebunden

Wie wichtig Leseförderung ist, demonstriert Sabine Lemberg-Haas anhand eines aufschlussreichen Zeitungsartikels aus der HAZ.

Die Ausbildung neuer Lesementorinnen fand im Schuljahr 2022/2023 zum 17. Mal statt und soll im nächsten Schuljahr fortgesetzt werden. Finanziell getragen wird das Projekt von der Bürgerstiftung Hemmingen, die das Gelingen des abgeschlossenen Mentoring-Programms mit einer Summe von rund 3500 Euro gewährleistete und auch die nächste Ausbildungsrunde sponsern wird. Die Kurse für Mentees mit Migrationshintergrund soll das Netzwerk für Flüchtlinge finanzieren; zur Kostenübernahme der Leseförderung für die KGS-Sechstklässler laufen Gespräche mit dem Förderverein der Gesamtschule.