Fußgänger und Radfahrer sollten gewarnt sein

Alle Jahre wieder machen Unfälle Schlagzeilen, bei denen nach rechts abbiegende Lastkraftwagen Fußgänger oder Radfahrer anfahren oder gar überrollen. Um diese Gefahren zu minimieren, hat die Bürgerstiftung Hemmingen das Verkehrssicherheits-Projekt „Toter Winkel“ initiiert. An einem Wintertag Ende Januar 2026 wurde rund 200 Schülerinnen und Schülern der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Hemmingen auf dem Strandbad-Parkplatz an der Hohen Bünte demonstriert, welch eingeschränkte Sicht Lkw-Fahrer haben.
Schubweise wurden die Schüler aus neun Klassen des 5. Jahrgangs auf den Parkplatz geführt, wo drei schwere Lastwagen der hannoverschen Fahrschule Steckelberg – die eine Zweigstelle in Hemmingen hat – einen Vormittag lang auf sie warteten. Fünf Fahrlehrer und sieben Fahrschüler ließen die Fünftklässler den Sitzplatz hinter dem Steuer eines 18- oder 26-Tonners erklimmen und zeigten jedem einzelnen Kind, dass es sowohl unmittelbar vor dem Führerhaus eines Lkw wie rechts davon große Bereiche gibt, die ein Fahrer schlecht oder gar nicht einsehen kann. Auf dem schneebedeckten Boden ausgelegte dreieckige Planen kennzeichneten den sogenannten toten Winkel, der am äußeren Rand bis zu sechs Meter von der rechten Beifahrertür entfernt sein kann.
Die „normalen“ Außenspiegel sowie Front- und Bordsteinkantenspiegel decken viele Rundum-Sektoren ab – aber eben nicht alle. Hochmoderne Kamera-Monitor-Systeme sollen Lkw-Fahrern künftig helfen, auch diese kritischen Bereiche einsehen zu können. „Doch selbst mit digitalen Spiegeln kann es immer noch Situationen geben, wo ein Fahrer nicht jede Ecke im Blick hat“, warnt Fahrschul-Inhaber Jörg Steckelberg. Seinen Worten nach hat er mit seinen Mitarbeitern bereits 20 ähnlicher Verkehrssicherheitsprojekte wie in Hemmingen durchgeführt, unter anderem in Laatzen, Gehrden und Groß-Munzel.

Michael Akmann, Vorsitzender der Bürgerstiftung, verbindet mit der Aktion ein klares Ziel: „Die Schülerinnen und Schüler sollen mithilfe dieses Verkehrssicherheits-Projekts dafür sensibilisiert werden, sich im Zweifelsfall äußerst defensiv zu verhalten und bei einer Annäherung an einen Lkw lieber stehen zu bleiben, um ihr Leben nicht zu gefährden, egal ob sie zu Fuß oder per Rad unterwegs sind.“ Jörg Steckelberg wies darauf hin, dass auch die angehenden Lkw-Fahrer auf Grundlage des Kontakts mit den Kindern nachhaltige Eindrücke bezüglich eines verantwortungsvollen Umgangs mit großen Trucks sammeln können; so profitiert die Firma ebenso von der kostenlos angebotenen Aktion. Und KGS-Schulleiter Gregor Ceylan kündigte an, dass das Projekt „Toter Winkel“ künftig alljährlich für alle Fünftklässler der Gesamtschule angeboten werden soll.